Sonntag, 6. Februar 2011

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Hallo zusammen.
Völlig überraschender Weise melde ich mich dann doch mal wieder. Der Letzte Eintrag ist wirklich schon lange her und ich weiß, dass ich einige mit meiner Schreibfrequenz enttäusche. Das tut mir sehr leid, aber ich finde leider nicht oft die Ruhe, dich ich zum Bloggen brauche.
Erfreulicher ist, dass ich wahrscheinlich wenigstens 90% meiner Leserschaft zwischen Weihnachten und Neujahr persönlich gesehen habe. Das war für mich eine tolle Zeit, obwohl es schon merkwürdig war, dass ein Berlinbesuch in meinem Kopf inzwischen als Urlaub verbucht wird.

Mein Leben hier in Edinburgh läuft weiterhin in sehr angenehmen Bahnen. Mein neues Semester hat bereits Mitte Januar wieder begonnen und ich habe sogar einige echt interessante Kurse. Da gibt es zum Beispiel Asymptotische Methoden (nen analytischer Ansatz für numerische Probleme, sehr spannend), Elliptische Kurven (braucht man für Verschlüsselung, wird z.B. auf jeder Kreditkarte verwendet, ist wie erwartet leider sehr viel Algebra), Analysis (diesmal Fouriertransformation und PDEs, also mal was neues) und 2 Kurse zu Differentialgeometrie. Alles in allem also für mich interessant und machbar. Meine erste Klausur habe ich dann im Januar auch geschrieben und sogar schon die Ergebnisse erhalten. Ich bin leider um einen Prozentpunkt am A vorbeigeschrammt, das ist für meine bescheidene Lernleistung aber akzeptabel und kam auch nicht unerwartet.

Couch Surfing entwickelt sich auch ganz wunderbar. Neben den wöchentlichen Treffen und den monatlichen Ceilidhs gab es am 25.01. auch noch ein richtig schottisches Fest, nämlich das Burns Supper. Da wird der Geburtstag des schottischen Dichters Robert Burns gefeiert. Und weil der selbst so sehr schottisch war (direkt aus den Highlands und so), wird das so schottisch wie möglich gefeiert. Das bedeutet natürlich Kilt, Haggis und Dudelsack. Da ich Fan von allen dreien bin, ist das natürlich ein klasse Fest für mich. Außerdem werden noch Gedichte von Burns rezitiert. Das ist für Auswärtige aber weniger spannend, weil die größtenteils im echten Scots verfasst sind, also in der eigenen Sprache, die man mit viel Phantasie und Gedult eventuell lesen, aber keinesfalls verstehen kann! Mir hats trotzdem gefallen, das sieht man vielleicht auch hier, wo ich das Nationalgericht "Haggis, Neeps 'n Tatties" (Neeps=Rüben, Tatties=Kartoffeln) präsentiere:
Haggis_Neeps_n_Tatties

Sport kam in letzter Zeit leider etwas kurz, dafür gabs dann dieses Wochenende mal wieder einen Crashkurs. Ich war mit dem Wanderclub meiner Uni fürs Wochenende in Glencoe, das ist einer der schönsten Ecken Schottlands, wie ich gehört habe. Dort haben wir in einem kleinen Hostel übernachtet und Samstag und Sonntag jeweils einen Tagesausflug gemacht. Samstag ist leider wieder etwas ausgeartet mit 11 Stunden Laufzeit, Sonntag war mit 6 Stunden relativ entspannt. Wirklich toll war an beiden Tagen eigentlich, dass ich das erste mal meine Winterwanderfähigkeiten testen konnte. Das bedeutet hauptsächlich der Umgang mit Eisaxt und Steigeisen. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung und ich war echt überrascht, dass man mit Steigeisen auch 45° Anstiege auf reinem Eis (oder überfrorenem Schnee) ohne größere Schwierigkeiten überwinden kann. Besonders spaßig war allerdings der Sonntag, wo meine Gruppe an einem netten Abhang das Rutschen und Stoppen mit der Eisaxt geübt haben. Muss man ja für den Ernstfall mal gemacht haben und macht natürlich sehr viel Spaß. Außerdem kann man den einen oder anderen Abstieg doch deutlich verkürzen, wenn man sich einfach mal auf den Hosenboden setzt :D Klasse an dem ganzen Wochenende war auch, dass ich meine ganze neue Ausrüstung (Weihnachten war toll) ausprobieren konnte. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass es nichts besseres als dieses Multifunktionstuch in einem Schnee- oder Hagelsturm gibt. Fotos gibts von der Aktion natürlich wieder viel zu wenige, aber hier habe einen für mich besonders beeindruckenden Bergrücken fotografiert, den wir trotz völliger Vereisung und reichlich Sturm überquert haben.
Glencoe
Das wars von mir erst mal. Wann der nächste Eintrag folgt, ist leider kaum zu erahnen :D

Donnerstag, 2. Dezember 2010

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12:00 @Home

Ich melde mich auch mal wieder seit einer gefühlten Ewigkeit. Ich komme einfach nicht zum Bloggen, weil so viel zu tun ist. Einige besonders wichtige Neuigkeiten gibt es.

Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines echten Kilts:

Paul im Kilt

Das ist hier tatsächlich ein gängiges Outfit, besonders natürlich zu Ceilidhs und anderen typisch schottischen Veranstaltungen. Man erkennt neben dem eigentlichen Kilt die Tasche (Sporran), die Socken mit kleinen farbigen (Tartan) Fähnchen (Flashes) und eigentlich gibts dann auch noch nen paar Klunker, zum Beispiel ein kleines Schwert, was an das Kilt gepinnt wird. Das ist mir aber beim vielen Tanzen abgeflogen. Außerdem brauche ich noch ein kleines Messer, was einen schön verzierten Griff hat und halb aus den Socken guckt (Sgian Dubh). Tanzen damit macht echt Spaß, besonders weil beim vielen Drehen eine ordentliche Luftzufuhr gewährleistet ist und es so nicht zum Hitzeschock kommt. Entgegen mütterlicher Befürchtungen ist das Ding auch ziemlich warm und kann auch im Winter getragen werden. Was drunter getragen wird, ist eines jeden Schotten Geheimnis, variiert aber sicher je nach Außentemperatur und Anlass. Beim Ceilidh jedenfalls fliegt das Kilt wirklich hoch...

Eine ganz andere Geschichte, die mir sehr gut gefällt, ist, dass ich jetzt an dieser Schule jetzt Mathe-Nachhilfe gebe. Meiner erster Host hier in Edinburgh war ja Lehrer dort und hat mich empfohlen für Nachhilfe. Da bin ich dann vor 2 Wochen oder so eingeladen worden. Statt eines Bewerbungsgespräches ging es direkt darum, wann ich anfangen kann und wie viel Geld ich haben will. Inzwischen habe 3, eventuell sogar 4 Studenten, mit denen ich 1-2 mal pro Woche eine Stunde Mathe (10.-13. Klasse) mache. Das lohnt sich für mich, weil nach 3 Stunden pro Woche die Miete bezahlt ist. Die Schule ist auch richtig Klasse, ein Klick auf den Link lohnt sich, wenigstens um die Diashow auf der Startseite zu sehen.

Nebenbei habe ich inzwischen schon Besuch gehabt und dabei eine Menge Spaß gehabt. Es ist schon toll, wenn man "seine Stadt" rumzeigen kann! Mein aktueller Besuch ist inzwischen schon 3 Tage zu viel hier, weil totales Schneechaos ist und der Flughafen seit Tagen mehr oder weniger durchgängig geschlossen. Die Busse sind auch nur teilweise nutzbar. Geräumt sind bestenfalls die Hauptstraßen, Nebenstraßen oder gar Fußwege sind eine einzige Buckelpiste. Gerade eben habe ich erfahren, das meine Klausur, die für Montag den 6. Dezember geplant war, wegen Schnee auf irgendwann eine Woche später verschoben wurde. Schön siehts trotzdem aus:
Arthurs Seat mit Schnee

Ich freue mich trotzdem, in 3 Wochen mal wieder nach Berlin zu kommen!

Mittwoch, 3. November 2010

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@Home 19:00

So, ich melde mich auch mal wieder nach langer Zeit. Ich hab ja inzwischen einige Beschwerden gehört, aber ich kann halt nicht öfter schreiben. Ansonsten würde ich mich wohl hauptsächlich über meine mathematischen Erlebnisse in der Uni auslassen und das will ja keiner :D

So viel Neues gibt es eigentlich nicht zu berichten. Interessant war das letzte Wochenende, weil hier groß Halloween gefeiert wurde. Ich war am Samstag auf einer WG-Party, wo alle Gäste auf eine möglichst lustige Art und Weise gestorben sein sollten. Ich war ein wegen ketzerischer Aussagen gehängter Mönch. Das sieht dann so aus:
Halloween
Der Strick ist übrigens selbst geflochten und geknüpft. Das Flechten dauert bei 25m Wäscheleine insgesamt doch länger als erwartet... Die anderen beiden sind meine schwedischen Mitbewohner. Bei Guy Fawkes erkennt man das natürlich nicht wirklich gut. Die Stadt war voller bunt gekleideter Leute, die lautstark durch die Gegend gezogen sind. Da ich draußen keine Kapuze, keinen Strick und offene Haare hatte, wurde ich dann doch meistens mit "Jesus" angesprochen. Das gibts dann vielleicht nächstes Jahr zu Halloween. Die Dornenkrone sollte ja kein Problem sein, das Kreuz könnte auf Dauer etwas nervig sein.

Noch spannender war der Sonntag. Da wurde nämlich Samhain oder Samhuinn, das keltische Neujahr gefeiert. Das wurde mit einer großen Parade durch die Innenstadt begangen. Grob wird der Sieg des Winters über den Sommer gefeiert. Es gab jede Menge Feuer und viele tanzende, halb nackte Menschen und natürlich ein Riesenpublikum. Die rot und grün angemalten Leute repräsentieren glaube ich den Sommer, Leben und so, während die weißen und blauen Leute den Winter verkörpern. Es gab sogar einen Live-Wrestling-Kampf auf der Bühne :D Ein paar Fotos (nicht von mir und nicht von diesem Jahr sondern von 2008) finden sich hier. Clevere potentielle Besucher werden sich jetzt natürlich schnell für den 1. Mai bei mir einquartieren, da gibts nämlich das (scheinbar noch größere) Fest, wenn der Winter endlich wieder vom Sommer besiegt wird. Das ganze ist auf jeden Fall sehenswert, weil die Kulisse von Edinburgh dem ganzen etwas wirklich mystisches gibt.

Mein Studium läuft so vor sich in, einige Kurse sind ein wenig schwerer geworden, andere immer noch sehr leicht. Im Großen und Ganzen also machbar. Um meinen früheren Beschwerden noch etwas Ausdruck zu verleihen, so sah meine Spieltheorie-Vorlesung (das kann man sehr mathematisch bearbeiten, auch wenn da "Spiel" drin vorkommt :D ) für etwa eine Stunde aus:

GameTheory

So, das wärs von mir erst mal wieder. Ich hoffe, inzwischen erwartet niemand mehr von mir, dass ich öfter als alle 2 Wochen schreibe. Das wird nämlich garantiert nix :D

Sonntag, 17. Oktober 2010

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@Home 22:30

Das Wochenende über war ich in den Cairngorms, das ist ein Nationalpark in den Highlands und der etwas westlich von Aberdeen: Karte

Das war ein Wochenendtrip organisiert vom Wanderclub meiner Uni. Das hieß, dass ich Freitag 17:00 Uhr aus der Stadt abgeholt und sind mit Minibussen der Uni da zu einem Hostel hochgefahren. Das hat etwa 3-4 Stunden (mit Pause fürs Abendbrot) gedauert. Wir waren insgesamt etwa 60 Leute, hauptsächlich Studenten, aber auch einige, die schon einige Jährchen länger in dem club sind. Nach dem Bezug der 6-Bett-Zimmer und einigen selbstgezapften Pints gings an die Aufteilung der verschiedenen Touren in die umliegenden Berge. Schwierigkeitsstufen waren Leicht, Mittel, Schwer und "Epic". Da ich der Meinung war, dass ich durch meine Wandertouren durchaus härteres als nen Tagestrip gewöhnt bin, hab ich mich natürlich für Epic eingeschrieben.

Danach habe ich dann die Gerüchte gehört. Die 7, die sich da eingeschrieben haben, wurden nur mit "Die Verrückten" angesprochen. Unser Tourorganisator Peter hatte einen sehr interessanten Ruf. Ich habe von Mädels gehört, die rennen mussten um mit ihm Schritt halten zu können. Ebenfalls danach habe ich erfahren, dass die Abfahrt für 6:00 Uhr geplant war. Da das Bier billig und lecker war, hab ich trotzdem noch mit dem Rest eine ganze Weile in der Hostelbar gesessen.

Am Samstag Morgen ging es tatsächlich um 6 mit dem Bus los, ab 7 haben wir angefangen zu laufen. Zu diesen Zeitpunkt war es noch absolut finster. Die Gruppe hat ihrem Ruf erst mal entsprochen und ein ordentliches Marschtempo von mehr als 6km/h vorgelegt. Wir hatten ein GPS-Gerät mit, wodurch solche Dinger mit hinreichender Präzision gemessen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch gut mithalten, da keine nennenswerten Steigungen dabei waren. Das hat sich nach einer guten Stunde allerdings geändert. Da gings dann relativ steil nach oben und ich war immer ein wenig hinten dran. auch nach den ersten 1000 Höhenmetern hatten wir immer noch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6km/h. Das ist dann wirklich nicht mehr normal. Pausen gab es den ganzen Tag über kaum. Die längsten waren zwei Mittagspausen mit jeweils 15 Minuten, ansonsten hauptsächlich kurze Navigationspausen von weniger als 5 Minuten. Da wir bis 20:10 Uhr gelaufen sind, haben wir damit mindestens 11 Stunden reine Laufzeit gehabt. Ich denke, dass ich so etwa gegen 18:00 (Sonnenuntergang) so ein bisschen die Lust verloren hab, aber da gabs dann auch kein Zurück mehr. Insgesamt haben wir also sage und schreibe 48km mit 2260 Höhenmetern (nur nach oben) an diesem Tag hinter uns gebracht. Dabei haben wir ganze 6 Munros erklommen. Die Munros sind 283 Berge über 914m (3000ft) in den Highlands und es gilt als Sport, möglichst alle davon zu besteigen.

Das Wetter war den ganzen Tag über relativ fair. Den Sonnenaufgang habe ich nicht gesehen, weil da noch alles vollkommen verhangen war, am Vormittag gabs irgendwann mal Regen, aber Nachmittags ist es sogar aufgeklärt, so dass ich einige schöne Fotos machen konnte:

cairngorms
sunset cairngorms

Auch am Sonntag gabs natürlich noch einige Wanderungen. Diesmal bin ich einen mit mittlerer Schwierigkeit (war aber der schwerste, der angeboten wurde) gelaufen. Das hieß 2 Munros, etwa 4 Stunden laufen, nur etwa 600 Höhenmeter und es ging erst um 10 los. Alles in allem wäre das also eine relativ einfache Sache gewesen, aber die Munros haben bewiesen, warum sie insgesamt als relativ schwierig (besonders im Winter) gelten. Nicht nur, dass wir die ganze Zeit über 0 Sicht hatten weil die Wolken wunderbar in Höhe der Gipfel schwebten, nein es hat auch richtig kräftig angefangen zu regnen und stürmen. Selbst mit wasserfester Ausrüstungen wurde es wirklich kalt und man hat niemanden ohne Mütze und Handschuhen gesehen. Leider sind auch meine Wanderschuhe offenbar nicht mehr so wasserdicht, wie sie es in Norwegen diesen Sommer waren. Das liegt wahrscheinlich an mangelnder Pflege und es kann sein, dass mich das im nächsten Jahr teuer zu stehen kommt :( Jedenfalls bin ich heute Abend gegen 8 wieder zu Hause angekommen und freue mich jetzt völlig fertig ins Bett zu fallen.

Freitag, 15. Oktober 2010

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@Home, 02:45

Heute Abend/Nacht hatte ich eine wirklich interessante Erfahrung. Ich bin kurz entschlossen zu einer P&G Recruting Veranstaltung gegangen. Kurz zu der Firma: P&G = Procter& Gamble = Ariel, blend-a-med,Boss, Bounty, Braun, Charmin (=Zewa), Duracell, Gilette, Meister Proper, Pampers, Pringles,... und noch einige Marken mehr, die jeder zu Hause zu sehen hat. In Großbritannien haben 95% der Haushalte irgendwas von denen rumzustehen( die stärksten Marken dabei sind Head&Shoulders und Pringles). Die Leute haben jedenfalls nen Vortrag + anschließend freier Wein, Pizza, Snacks und so gemacht. Wahr wirklich interessant für mich, weil so eine riesige, weltweit agierende Firma natürlich einiges zu bieten hat. Die haben aus jeder Richtung Leute da hin geschickt und nach dem Vortrag konnte man mit jedem von denen relativ informell reden. Hat mir sogar richtig Spaß gemacht. Sogar so sehr, dass ich im Anschluss gleich mit denen (und zwei Mädels unter den "Bewerbern") tanzen gegangen bin. Das hieß natürlich, dass es reichlich Bier und Shots aus Firmen-( oder Chef-)Kosten gab. Da macht das Feiern gleich doppelt so viel Spaß. Für mich war das zur Hälfte Spaß weil kostenlos Alkohol, zur anderen Hälfte natürlich Kontakte zu einer Interessanten Zielgruppe schließen.

Morgen bieten die eine Art Sprechstunde an, wo man seinen Lebenslauf hinbringen kann und die da drüber gucken und einem sagen, wo man da eventuell was verbessern kann. Wenn ich irgendwie Zeit dafür habe, dann werd ich da natürlich hingehen.

Sonntag, 10. Oktober 2010

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@Home 22:00

Ich melde mich dann auch mal wieder. Inzwischen habe ich ja einiges an Vorlesungen hier gehört und kann dazu einfach mal meine subjektive Meinung kundtun: Universitäts-Rankings sind für die Katz. Die University of Edinburgh ist laut dem Times Ranking eine der stärksten Unis Europas. Deutlich stärker als jede deutsche Uni auf jeden Fall. In Mathe kann ich das aber ohne Probleme verneinen. Eine Beispielgeschichte: Ich habe einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen aus Karlsruhe getroffen. Der hat natürlicher Weise nur eine beschränkte Ausbildung in Mathematik, er musste ja in seinen 3 Jahren noch genug andere Sachen lernen. Der hat sich hier zusammen mit einem Kommilitonen für "Master of Operational Research", einem Gebiet der angewandten Mathematik (Modelle bauen, in seinem Fall mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, also Stochastik) eingeschrieben. Der sitzt also hier mit einer ganzen Menge Leuten in einem Kurs, die hier einen reinen Mathe-Bachelor gemacht haben. Zum Anfang des Kurses gabs nen Einstufungstest über Mathematikgrundlagen (wohl Ana1+2, LinA denk ich mal) und es gab genau 2 Leute im Kurs mit 100%... The Germans waren offenbar besser als alle anderen. Diese Geschichte lass ich einfach mal so stehen, weil sie mein Gefühl über das Niveau hier sehr gut bestätigt.

Stören tut mich das natürlich nicht besonders, weil das für mich heißt, dass ich neben der Uni eher viel Zeit habe, mein Auslandsjahr hier ordentlich zu genießen. Und ich empfehle jeden, der in Deutschland seinen Bachelor macht und es finanziell irgendwie gebacken bekommt, seinen Master an irgend einer der britischen oder amerikanischen Unis mit großer Reputation zu machen. Wahrscheinlich lohnt es sich.

Gestern habe ich neben der Uni auch mal einen Ausflug in die Highlands gemacht. Diesmal ging es mit The hairy Coo im Bus dort hin. Man darf dort kostenlos mitfahren und entscheidet am Ende selbst, wie viel man denn gern bezahlen möchte. Die Konkurrenz verlangt so um die £40. Los gings um 9am und wir waren erst 6:30pm wieder in der Stadt. Der Bus hat Platz für 24 Leute + Fahrer. Die Plätze waren auch alle voll. Das Beste an der Tour ist auf jeden Fall der Guide. Der erzählt fast die gesamte Fahrtzeit über. Es geht um schottische Geschichte, die Dörfer, Brücken, Burgen und alles, woran man gerade vorbei fährt. Das ganze mit einem leichten schottischen Akzent und einer wirklich guten Erzählweise. Es wurde bis zum Schluss nicht langweilig. Ein Vorteil gegenüber anderen Touren, von denen ich gehört habe ist, dass man wirklich oft aus dem Bus rauskommt. Die längste Strecke, die wir am Stück gefahren sind, war glaub ich 1 Stunde. Dazwischen wird man immer wieder an einer mehr oder weniger wichtigen Sehenswürdigkeiten rausgelassen. Darunter war unter anderem das Schloss, in dem Monthy Pythons "Die Ritter der Kokosnuss" gedreht wurden, ein Schiffshebewerk, die "Hairy Coo"s, die der Tour den Namen (und dem Bus das Aussehen) gegeben haben und einige schöne Plätze in der Natur von Schottland. Hier ein Foto, von mir ganz patriotisch in der schottischen Flagge "The Saltire" (oder Andreaskreuz) eingewickelt:
Foto

Das ganze war eine tolle Erfahrung, die ich jedem empfehle, der Edinburgh besucht!

Donnerstag, 30. September 2010

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@Home, 17:45

So, ich melde mich heute mal wieder. Offensichtlicher Weise schreibe ich zur Zeit nicht mehr besonders häufig. Das liegt einfach daran, dass sich jetzt ein bisschen Alltag eingestellt hat. Das heißt nicht, dass ich mich hier irgendwie langweile, sondern nur, dass nicht mehr so viele vollkommen neue Dinge passieren.

Neu ist zum Beispiel, dass mein Director of Studies sich tatsächlich als nützlich herausgestellt hat. Ich hatte nämlich ein paar kleinere Unstimmigkeiten in meinem Stundenplan und konnte die mit seiner Hilfe ohne Probleme beseitigen. Bei einer Antwortzeit von weniger als 24h ist das schon klasse.

Mein Badminton ist auch super angelaufen und ich merke, dass ich mich mit jedem Trainingstag näher an meine frühere Form ranschleiche. Dadurch kommen schon echt tolle Spiele zusammen und ich erinner mich wieder, warum ich diesen Sport so toll fand.

Noch ne kleine Sache für Leute, die interessiert, wie sich Schotten so anhören. Dieses Lied kennen wahrscheinlich die meisten:



Das ist noch relativ harmlos, aber so ein bisschen klingts schon durch. (geklaut von Dennis auf Facebook).

Heute hatte ich übrigens ne kleine Bescherung :D Ich ab nämlich ein dickes Paket aus der Heimat bekommen, mit allem möglichen Zeug, was ich hier noch so brauche, aber nicht mit ins Flugzeug nehmen konnte. Außerdem jede Menge Schokolade. Vielen Dank dafür ;)

Donnerstag, 23. September 2010

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@Home 23:40

Eine Woche Uni ist jetzt fast überstanden. Insgesamt sieht es bis jetzt so aus, als könnte alles ziemlich interessant werden und nicht so anstrengend wie mein letztes Semester in Berlin. Ich mache hier etwa 85% eines normalen Studenten mit und hab mit meiner Kurswahl natürlich dafür gesorgt, dass ich es nicht all zu schwer habe.

Neu erlebt seit dem letzten Eintrag habe ich noch "Nicht-lineare Optimierung". Das ist ein Kurs, der scheinbar sehr praktisch angelegt ist. Das einführende Beispiel war die Modellierung der Gasleitungen in der UK. Wenn man das ganze mit zeitabhängigen Verbrauchern durchrechnet, entsteht ein hübsches System aus 58000 Variablen, was man lösen muss. (Für die Informatiker unter den Lesern: dank Integerbeteiligung ist das Problem sogar NP-Hart). Thematisch ist das also exakt die Richtung, die ich mathematisch in Zukunft einschlagen will. Da wie viele andere Kurse hier auch dieser von einem sehr breiten Publikum besucht wird (Ingenieure, BWLer,...), wird nicht unbedingt in die technischen Details eingestiegen, wie ich es aus meiner Numerikvorlesung gewöhnt bin. (Der einzige Beweis der VL laut Prof. ist und bleibt nen 3Zeiler hinreichenden Optimalitätsbedingung im Rn. Das lief bei Carstensen sinngemäß unter "Das ist so einfach, dass ich Ihnen das nicht mal als Übungsaufgabe geben kann")

Außerhalb der Uni mach ich seit dieser Woche wieder regelmäßig Badminton. Ich habe mich ja gegen jede Art von Fechten hier entschieden :D Das macht auch Spaß, auch wenn es hier zur Zeit noch etwas überfüllt ist. Das wird sich nächste Woche aber ändern, da dann Beiträge verlangt werden. Dazu bin ich noch dem Wanderclub der Uni beigetreten. Das heißt, dass es am Wochenende öfter mal raus in die Highlands geht und durch die Gegend gelaufen wird. Außerdem gibts scheinbar kostenlos Vorträge zu Navigation und ähnlichen Dingen, die für Wanderer interessant sind. Der erste Trip für mich ist hoffentlich am 8.-10. Oktober. Ich bin gespannt.

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